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2011 Weekend in der "Villa Jugend"

Weekend in der "Villa Jugend" 13.-15. Mai 2011

27 Schülerinnen und Schüler verbrachten als Abschluss ihres ersten Oberstufenschuljahres wieder ein Wochenende in der "Villa Jugend" in Aarburg.

Der Aufenthalt im Jugendgruppenhaus der katholischen Landeskirche Aargau am Ende des ersten Oberstufenschuljahres stellt jeweils ein wichtiges Etappenziel auf dem Weg der Firm­vorbereitung dar. Die Jugendlichen blicken auf Schuljahr zurück und erfahren, wie es in den nächsten zweieinhalb Jahren bis zur ihrer Firmung weitergeht. Aber auch Spiel und Spass gehören natürlich zum Programm.

Bei der Anreise am Freitag Abend schien die Sonne und so konnten alle noch vor dem Abend­essen den grossen Park der Villa erkunden. Aus der Küche duftete es schon nach Riz Cazimir, den Lagerkoch Salvatore Bonanno mit seinem Helfer zubereitet hatte. Und dieser Helfer war niemand Geringeres als Pfarrer Stefan Essig.

Nach dieser Stärkung und einigen Kennenlernspielen stand eine ausserge­wöhnliche Nachtwanderung auf dem Programm. Es gab immer wieder kurze Halte, an denen die 11 Buben und 16 Mädchen etwas vom Leben des heiligen Antonius von Padua hörten, der ja der Patron der Pfarrei Kleindöttingen ist. Sie erfuhren beispielsweise, dass er 1195 in Portugal geboren wurde und eigentlich Ritter werden wollte, sich dann aber für den Eintritt ins Augustinerkloster entschied. Nach seinem Wechsel zum eben gegründeten Franziskaner­orden schien sein Wunsch, als Missionar in Afrika zu wirken, endlich in Erfüllung zu gehen. Allerdings erkrankte Antonius so schwer, dass er wieder nach Hause zurückkehren musste. Das Schicksal aber trieb sein Schiff in Gestalt eines Sturmes nach Sizilien ab. Dort lebte er zunächst als einfacher Mönch in einem kleinen Kloster, bevor man durch Zufall auf sein Redetalent und sein grosses Wissen aufmerksam wurde. Ab diesem Zeitpunkt war Antonius in ganz Europa als Prediger unterwegs, und man erzählt sich manch wunderbare Geschichte über ihn. Seine grosse Beliebtheit beim Volk sorgte dafür, dass er bereits ein Jahr nach seinem Tod am 13. Juni 1235 in Padua heilig gesprochen wurde. Sein Todestag ist auch heute noch sein Gedenktag und damit auch der „Namenstag“, das so genannte Patrozinium der Antonius­pfarrei Kleindöttingen. Die Jugendlichen, die sich zunächst gewundert hatten, weil sie bei ihrer Wanderung so oft die Richtung wechseln mussten, erkannten jetzt, dass es auch im relativ kurzen Leben des Heiligen viele unerwartete Richtungswechsel gegeben hatte. Wieder zurück in der „Villa Jugend“ zeichneten sie diesen Lebensweg anhand von Gegenständen noch einmal nach, bevor sie dann mit einer feinen Schoggicreme im Magen zu Bett gingen.

Am Samstag Vormittag zogen bereits dunkle Wolken auf. Zusammen mit den Katechetinnen Claudia Rüegsegger und Annarös Cipolat, Gemeindeleiterin Christina Burger und Jugend­seelsorger Thomas Scheibel stand jetzt Bibelarbeit auf dem Programm. Bei der „Aussendung der 72 Jünger“ zogen sie Parallelen zu ihrem Leben und ihrer Situation in der Firmvorberei­tung. Während des Mittagessens – es gab Älplermakronen – begann es dann tatsächlich zu regnen. Als aber am Nachmittag Leiterinnen und Leiter von Jungwacht/ Blauring Leuggern eintrafen, um einen Spieleblock durchzuführen, gab es glücklicherweise eine Regenpause. Aber auch beim „TABU“-Spiel im Speisesaal hatten alle viel Freude. Zum Abendessen erhielten wir dann Besuch von Bruder Tilbert aus dem Kapuzinerkloster in Olten. Mit seiner fröhlichen und unkomplizierten Art übernahm er gleich das Tischgebet, bevor er uns dann ungefähr eine Stunde lang von seinem Weg ins Kloster und vom heiligen Franziskus erzählte und auch die Fragen der Jugendlichen geduldig beantwortete. Gestärkt mit einem Teller Fruchtsalat erledigten die Jugendlichen dann die letzten Aufgaben des Tages: einen Brief an sich selbst schreiben und ein Kärtchen für eine Gebetspatenschaft gestalten.

Nach einer seeehr ruhigen zweiten Nacht und dem Frühstück stand eine Eucharistiefeier auf dem Programm. Dabei spielten der Bibeltext vom Vortag, ein selbst gestaltetes Altar­tuch und nachgestellte Bibelszenen sowie das Leben des heiligen Antonius noch einmal eine wichtige Rolle. Aber Pfarrer Stefan Essig erläuterte unter anderem auch, weshalb er als Priester ein weisses Untergewand trägt und was es mit der Stola auf sich hat.

Der Rest des Vormittags stand dann ganz im Zeichen des Aufräumens und Putzens. Aber bis dann die Bratwürste fertig waren, war auch alle Arbeit erledigt, und sogar die Sonne zeigte sich jetzt wieder, so dass alle vor dem Haus zu Mittag essen konnten. Im „1000-Stimmen-Tunnel“, der ganz in der Nähe der „Villa Jugend“ über der neu gebauten Autobahnzufahrt liegt, entstanden dann noch einige Gruppenfotos. Mit diversen Spielen vertrieben sich die Jugendlichen die letzten Minuten bis zur Abfahrt des Zuges am benachbar­ten Bahnhof. Und sogar die Heimfahrt könnte ein Gleichnis für den Lebensweg sein: aus dem Fenster sahen wir manche Gewitterfront, wurden beim Umsteigen auch einmal ziemlich nass und mussten frieren, gelangten aber schliesslich pünktlich und bei Sonnenschein an unser Ziel, den Bahnhof Döttingen, wo die Eltern bereits warteten.

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