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2012 Firmkurs und Firmung

Gott ist in unserer Mitte Firmung in Leuggern und Kleindöttingen am 10./11. März 2012

Bei den Firmgottesdiensten am Samstag, 10. März in Kleindöttingen und am Sonntag, 11. März in Leuggern mit Generalvikar Dr. Markus Thürig spielte das Wasser eine besondere Rolle.

Zum ersten Mal war der Generalvikar des Bistums Basel, also der Stellvertreter des Bischofs, Dr. Markus Thürig, am vergangenen Wochenende ins Kirchspiel gekommen, um insgesamt 28 Jugendlichen aus den Pfarreien Kleindöttingen und Leuggern das Sakrament der Firmung zu spenden. Er war für den Einsiedler Abt Martin Werlen als Firmspender eingesprungen, der noch immer nicht wieder von den Folgen seines Unfalls genesen ist.

Bei strahlendem Sonnenschein und unter dem festlichen Orgelspiel von Organist Markus Florian zogen 10 Jugendliche mit ihren Firmpatinnen und –paten am Samstagnachmittag in die Antoniuskirche Kleindöttingen ein, gefolgt Markus Thürig und Gemeindeleiterin Christina Burger. Nach der Begrüssung der Jugendlichen durch Katechetin Claudia Rüegsegger und einem kurzen Rückblick auf ihren christlichen „Werdegang“ hiessen sie ihrerseits den Firmspender und alle Mitfeiernden herzlich willkommen, unter anderem auch auf portugiesisch und italienisch. Sie bedankten sich für die Unterstützung bei Müttern und Vätern, Gotten und Göttis sowie bei allen, die sie auf den heutigen Tag vorbereitet hatten. Besonders begrüssten sie auch Markus Thürig und bedankten sich, dass er sich spontan bereit erklärt hatte, die Firmspendung zu übernehmen.

Das folgende Eingangslied „Unser Leben sei ein Fest“, das in den zurückliegenden Monaten immer wieder bei Veranstaltungen der Firmvorbereitung gesungen worden war, wurde wie alle anderen Lieder des Firmgottesdienstes von der Band EPHATHA aus Waldshut begleitet. Text und Rhythmus des Liedes machten deutlich, dass hier tatsächlich ein Fest gefeiert wurde und dass Kirche und Glaube lebendig und jung sind.

In seiner Predigt knüpfte der Firmspender an die zuvor vorgetragenen Bibeltexte an, in denen viel vom Wasser die Rede war. Als Mose mit den Israeliten auf dem Weg war von Ägypten ins „Gelobte Land“ und sie fast verdursteten, stellten sich bestimmt viele die Frage, die auch heute noch angesichts von Not, Krankheit und Tod oft zu hören ist: Wo ist Gott? Ist Gott in unserer Mitte? Auch die Frau, die Jesus beim „Jakobsbrunnen“ ansprach, verstand erst nach und nach, was dieser ihr zu erklären versuchte. Und sie spürte oder fragte sich womöglich: Ist Gott in unserer Mitte? Und hier stellte Markus Thürig die Verbindung zur Firmung her, indem er erklärte: Egal, ob Mose mit dem Stab gegen einen Felsen schlägt und Wasser hervorbricht oder ob der Firmspender den jungen Christinnen und Christen mit Chrisamöl ein Kreuz auf die Stirn zeichnet; beides soll auf das lebendige Wasser hinweisen und soll die Menschen spüren lassen: Gott ist in unserer Mitte!

Diese Erfahrung konnte man auch in den beiden Firmgottesdiensten machen. Obwohl der Himmel am Sonntagmorgen eher bewölkt und trüb war, war die Stimmung in der Pfarrkirche St. Peter und Paul „sonnig“ und feierlich, wo weitere 18 Buben und Mädchen gefirmt wurden. Schon bei der Begrüssung hatte Jugendseelsorger Thomas Scheibel darauf hingewiesen, dass die Firmung gewissermassen den Abschluss und die Vollendung der Taufe darstelle. So erzählten im Anschluss an die Predigt auch drei Firmanden von ihrer Taufe. Mit grosser Aufmerksam hörten die Anwesenden die sehr persönlichen Schilderungen dreier ganz unterschiedlicher Tauffeier: einer „normalen“ eines Babies in der Pfarr­kirche mit anschliessendem Familien­fest; einer Taufe im Alter von 9 Jahren während der Osternacht im Beisein der Klassenkameradinnen und –kameraden; und einer Nottaufe im Spital vor einer lebens­gefährlichen Notoperation kurz nach der Geburt.

Dass die jungen Christinnen und Christen mit der Firmung selbst die Verantwortung für den Glauben übernehmen wollen, indem sie getauft und erzogen worden waren, wurde beim Firmversprechen deutlich, bei dem sie ihren Glauben bekräftigten. Dann folgte die eigentliche Firmspendung, bei der die Firmandinnen und Firmanden mit ihrer Patin oder ihrem Paten einzeln vor den Firmspender traten. Dieser legte ihnen die Hand auf, rief sie laut und deutlich bei ihrem Namen und salbte sie mit Chrisamöl. Danach nahm er sich auch kurz Zeit für ein paar persönliche Worte an die Jugendlichen.

Passend zum Thema von Bibeltexten und Predigt sangen dazu die Band EPHATHA und die Gemeinde das Lied „Der Herr ist die Quelle des Lebens“.

In den Fürbitten, die von Neugefirmten, Firmgruppenbegleitenden, Eltern, Firmpatinnen und einer Vertreterin der Pfarrei vorgetragen wurden, wurde für die Jugendlichen und ihren Lebensweg aber auch für die Notleidenden und Kranken, besonders auch für Abt Martin Werlen, gebetet.

Anschliessend folgte die Eucharistiefeier. Die wörtliche Übersetzung für dieses schwierige Wort lautet „Danksagung“, und Grund zum Danken hatten alle Beteiligten am Ende des Gottesdienstes wirklich genug: Die Neugefirmten bedankten sich bei Generalvikar Dr. Markus Thürig nicht nur mit Worten, sondern auch mit einem passenden Geschenk: Am Samstag in Kleindöttingen erhielt er einen selbst getöpferten Wasserkrug mit allen Unterschriften darauf, am Sonntag in Leuggern einen Geschenkkorb der Landfrauen mit vielen feinen Sachen und ein paar ganz „besonderen Wassern“. Markus Thürig freute sich sehr darüber, bedankte sich herzlich, auch bei allen, die bei der Vorbereitung der Jugendlichen auf die Firmung und bei Vorbereitung und Gestaltung der Firmgottesdienste mitgeholfen hatten. Bevor er die Feier mit einem feierlichen Schlusssegen beendete, griff er die letzte Zeile des Schlussliedes als Frage noch einmal auf: „Und mit der Kraft des Heiligen Geistes – Werden wir die Erde verändern?“ Wer das Lied gehört und erlebt, mitgesungen und mitgeklatscht hat, wird überzeugt sein: der Heilige Geist und diese Firmung hat etwas im Leben dieser jungen Christinnen und Christen bewegt und verändert!

Wie schon am Vortag in Kleindöttingen lud Pfarrer Stefan Essig auch in Leuggern noch zum Apéro auf dem Kirchplatz ein. Viele Gläubige nutzten diese Gelegenheit, auf die Neu­gefirmten anzustossen und ein paar Worte mit dem Generalvikar des Bistums zu wechseln.

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