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2004 (5./6. Juni) Jugendtreffen in Bern

Jugendliche aus dem Kirchspiel beim Papst Jugendtreffen in Bern am 5./6. Juni 2004

Sabrina aus Schwaderloch, Daria aus Gippingen und Marcel aus Full, die beim 1. Katholischen Schweizer Jugendtreffen am 5./6. Juni 2004 in Bern als Chorsängerinnen und -sänger dabei waren und den Papst aus nächster Nähe erlebten schildern ihre Eindrücke:

Schon auf dem Weg vom Bahnhof zum BEA-Gelände trafen wir die ersten Gleichgesinnten. Kaum angekommen, fingen schon die Proben in der Bernarena an.

Beim Anblick der vielen leeren Stuhlreihen konnte man sich noch gar nicht vorstellen, dass am nächsten Abend 14'000 Menschen die Halle füllen würden. Das Abendessen fand im gemütlichen Rahmen (Chor, Band, diverse Helferinnen und Helfer) in der Zivilschutzanlage statt. Die Halle, in der wir später schlafen sollten, war noch leer. Deshalb wurde sie kurzerhand zum Proberaum umfunktioniert, als die Probe auf der Bühne wegen des Regens abgebrochen werden musste. Für einige weibliche Zuhörerinnen gab es sogar noch eine Gute-Nacht-Geschichte.
Am Samstag Morgen um 8 Uhr war die Generalprobe auf der Allmend-Bühne. Obwohl Einige erst 5 Minuten vorher aufgestanden waren, konnten wir beinahe pünktlich beginnen. Nach einer nur 45minütigen Mittwagspause mit Landjäger und Käse mussten wir in der Bernarena proben. Da die Polizei noch nichts zu tun hatte, nahm sie es mit der Sicherheitskontrolle sehr genau. Nach der Probe gingen wir für eine kurze Pause in den Schlafsaal – und waren geschockt!!! Da lag jetzt ein Schlafsack neben dem anderen. Wo war nur der viele Platz geblieben???!

Die Zeit der Eröffnungsveranstaltung rückte immer näher. Als wir die Bernarena wieder betraten, waren da überall die bunten T-Shirts zu sehen. Die Schweizer Band STARCHADDITION heizte der Menge so richtig ein. Um 18.15 Uhr standen wir hinter der Bühne bereit und konnten gerade noch sehen, wie der Papst einige Meter entfernt hinter den Bühnenvorhang geschoben wurde – er war tatsächlich da! Dann mussten wir auf die Bühne, und da brach es über uns herein! Ein tosender Applaus und laute Sprechgesänge schienen kein Ende mehr zu nehmen. Sogar während der Ansprache des Papstes konnten Einige nicht still sein. Trotz einiger Probleme machte der Papst deutlich, dass es ihm wichtig war, seine Botschaft den Jugendlichen persönlich mitzuteilen. Als wir dann endlich singen konnten, war der Anblick überwältigend, der sich uns bot: Alle schwenkten die Arme im Takt unserer Musik – ein unbeschreibliches Gefühl!
Nach dem Auftritt gab es Abendessen. Alle Gemütlichkeit der Zivilschutzanlage war verflogen. In jeder Kolonne wurden wir von vier Leuten abgefertigt: der Erste gab uns Besteck, der zweite verteilte einen Löffel Reis im Teller, der Dritte gab einen Löffel Sauce dazu und vom Vierten bekam jeder noch eine Flasche Wasser. Gegessen wurde draussen auf dem Boden. Sogar ein Bischof sass ganz in unserer Nähe mitten unter den Jugendlichen auf dem Boden und ass (ich habe ein Beweisfoto gemacht!). Danach gab es noch vielseitige Workshops.

Das Schlafen war schier unmöglich geworden. Die ganze Nacht kamen neue Leute dazu, die einen Schlafplatz suchten. Nachts um 3.00 Uhr begann noch ein Natel-Wecker zu klingeln, danach summte es wie im Bienenstock. Um auf die Toilette zu kommen, musste man über schlafende Menschen steigen. Schon morgens um 20 Minuten vor 6 Uhr betrug die Wartezeit vor der Damentoilette 30 Minuten!!!
Das Frühstück war die Wucht in Tüten! Zu Tausenden stapelten sie sich in Holzcontainern. Die Polizeikontroll vor der Almend war bei denen, die nur die Frühstückstüte dabei hatten, mehr als dürftig. Abgetastet wurden wir nicht – aber wir hatten ja auch unseren Spezial-Badge. Das Frühstück nahmen wir auf der Bühne ein. Einige von uns durften dann noch die Badge-Kontrolle für den Jugendbereich machen.

Dann endlich durften wir wieder singen! Zumindest wir vom Chor konnten diese Messe wirklich feiern und nicht einfach nur abhalten. Die Stimmung auf der Bühne und im Publikum war sehr gut.
Kaum war der Papst wieder gegangen, machten sich auch die Besucherinnen und Besucher wieder auf den Heimweg. Ein beeindruckendes, interessantes, erlebnis- und probenreiches Wochenende neigte sich dem Ende zu.

Die Hymne "Alziamoci" wurde extra für dieses Treffen von Schweizer Jugendlichen in verschiedenen Sprachen komponiert.

Im Interview mit Radio Vatikan erzählen Sara Emmenegger aus Hettenschwil und Sabrina Ryf aus Schwaderloch von den Chorproben für das grosse Ereignis. Simone Scheibel aus Waldshut, die den deutschsprachigen Text für die Hymne geschrieben hat, erzählt, was ihr dabei durch den Kopf ging.

Wie haben andere Teilnehmenden das Jugendtreffen erlebt?

Sonja (25): Bei dem Treffen haben mich besonders die gute Stimmung beim Eröffnungsspektakel, das bunte Programm, die gute Organisation, die Begegnung und die Eucharistiefeier mit dem Papst beeindruckt. Trotz der enormen Menschenmassen hatten die Organisatoren alles gut im Griff. Die bunten T- shirts haben das international und national gemischte Publikum schön verdeutlicht. Es war ein großartiges Gefühl, mit so vielen jungen und junggebliebenen Menschen zu feiern und zu singen. An diesem Treffen war spürbar: die Kirche ist nicht tot, nein sie lebt.

Teresa (17): Ich fand es einfach SUPER, COOL, WAHNSINN... Man fragt sich ja schon, was eigentlich zuerst kommt, der Papst oder die kreischenden Italienerinnen, aber ich fand die Begeisterung, die in der Arena war, einfach überwältigend. GIOVANNI PAOLO... Die Workshops am Jugentreffen haben mir auch gut gefallen, besonders das Taizé-Gebet. Die T-Shirts waren eine super Idee, man konnte immer gucken, was bei den anderen draufsteht und daran auch die Sprache erkennen! Die Messe am Sonntag hat mir auch sehr gefallen, ich fand es schön, dass die Jugendlichen, die mitgewirkt haben, auch diese T-Shirts anhatten, die gehörten dann auch irgendwie "zu uns". Der Papst selbst hat mich auch sehr beeindruckt, nicht nur, weil er überhaupt da war, sondern auch in dem, was er gesagt hat. Er müsste ja gar nichts sagen, Applaus bekommt er ja auch so schon! Am Samstag hatte ich nicht so viel verstanden, aber am Sonntag fand ich's gut. Obwohl es eigentlich logisch ist fand ich es irgendwie wítzig, dass der Papst während der Messe die gleichen Text gelesen hat, wie unser Pfarrer jeden Sonntag.

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